Gesucht: eierlegende Wollmilchsau. Gefunden: ein Team – Marketing ist Teamsport

Gesucht: eierlegende Wollmilchsau. Warum Marketing kein Einzelsport ist.

SEO, SEA, GEO, Social Media, Webdesign, Video, PR – und bitte noch überzeugende Präsentationen für den Vertrieb. Viele Stelleninserate suchen eine Person für alles – die eierlegende Wollmilchsau. Was dabei herauskommt, ist selten Marketing, meistens Frust. Ein Plädoyer für Teamsport.

Die Stelle, die es nicht geben kann

Die Anforderungen an Marketing-Spezialist:innen wachsen gefühlt stündlich. Inzwischen weiss jede Führungsperson: Ohne Marketing wirst du da draussen weder gesehen noch gehört. Also sucht man – die Alleskönner.

Ein kurzer Blick in aktuelle Stelleninserate zeigt, wie das aussieht. Gesucht wird jemand für SEO, SEA, GEO, Google Ads, Social Media, Webdesign, UI/UX, E-Mail-Marketing, Content Creation, Video, Layout und PR-Texte. Ach ja, und der Vertrieb hätte gerne noch überzeugende Präsentationen obendrauf. «Das machst du doch alles locker, oder?»

Klar. Und nebenbei jongliere ich brennende Fackeln.

Warum das Inserat trotzdem ernst gemeint ist

Ich mache mich nicht über die Unternehmen lustig, die so suchen. Ich verstehe sie. Ein KMU mit 40 Mitarbeitenden hat kein Budget für sieben Spezialist:innen, und die Geschäftsleitung weiss oft nicht, welche dieser Disziplinen wirklich den Unterschied macht. Also schreibt man alles ins Inserat und hofft, dass sich jemand meldet, der möglichst viel davon kann.

Das Problem: Es meldet sich jemand. Und nach einem Jahr sind beide Seiten frustriert. Die Person, weil sie in zwölf Disziplinen mittelmässig sein muss statt in drei richtig gut. Das Unternehmen, weil trotz Vollzeitstelle nichts so richtig wirkt – die Website rankt nicht, die Ads brennen Budget, der Newsletter kommt alle drei Monate.

Marketing ist ein Teamsport

Richtig gut wird Marketing, wenn Spezialist:innen zusammenarbeiten, statt dass eine Person alles gleichzeitig sein soll. Das heisst nicht, dass jedes KMU sieben Leute braucht. Es heisst, dass die Frage anders gestellt werden muss.

Statt «Wie viele Aufgaben passen noch in diese eine Stelle?» lautet sie: «Welche Kompetenzen brauchen wir wirklich – und wie bringen wir sie smart zusammen?»

Die Antwort sieht bei den meisten Organisationen ähnlich aus. Intern braucht es eine Person, die das Ganze versteht, Prioritäten setzt und das Unternehmen kennt – die Strategin, die auch selbst umsetzen kann, wo es zählt. Um sie herum ein kleines Netzwerk aus Spezialist:innen, die punktuell dazukommen: jemand für Ads, jemand für Video, jemand für Technik. Nicht alle gleichzeitig, nicht alle fest angestellt, aber alle richtig gut in ihrem Fach.

Was das für dich als Führungsperson heisst

Drei Fragen, bevor du das nächste Marketing-Inserat schreibst. Erstens: Was soll Marketing bei uns in zwölf Monaten erreicht haben – nicht «mehr Sichtbarkeit», sondern konkret: mehr Anfragen, mehr Bewerbungen, mehr Mitglieder? Zweitens: Welche zwei, drei Disziplinen tragen am meisten zu diesem Ziel bei? Dort brauchst du Tiefe. Drittens: Was davon muss intern sein, was kann extern dazukommen?

Wer diese Fragen beantwortet, schreibt ein anderes Inserat. Oder merkt, dass er gar keine Vollzeitstelle braucht, sondern Marketing-Führung an zwei Tagen pro Woche plus ein paar gute Spezialist:innen im Hintergrund.

Fazit: Team statt eierlegende Wollmilchsau

Am Ende gewinnt nicht die eierlegende Wollmilchsau, sondern ein starkes Team, das zusammenspielt. Für kleine Organisationen heisst das: eine Person, die das Ganze führt, und ein Netzwerk, das Tiefe bringt. Das ist nicht teurer als die Wollmilchsau. Es funktioniert nur.

Du brauchst Marketing-Führung, aber keine Vollzeitstelle? Genau dafür gibt es mich als Interim oder Fractional Head of Marketing.

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