5 Aufgaben abgeben, 3 behalten – KI im Marketing

KI im Marketing: Fünf Aufgaben, die du heute abgeben kannst – und drei, die du behalten solltest

Jede zweite Marketingabteilung «macht etwas mit KI» – und die wenigsten sparen damit wirklich Zeit. Der Grund: Sie setzen KI im Marketing an den falschen Stellen ein. Eine ehrliche Aufteilung aus meinem Alltag.

Warum die meisten KI-Experimente im Sand verlaufen

Ich nutze KI seit Jahren täglich – für Strategie, Content, Analyse, Design. Und ich habe in vielen Teams gesehen, wie das erste Experiment abläuft: Jemand lässt sich einen LinkedIn-Post schreiben, das Ergebnis klingt nach allen und niemandem, das Team ist enttäuscht, das Tool verstaubt.

Das Problem ist nicht die KI. Das Problem ist, dass wir sie an der Stelle einsetzen, die am sichtbarsten ist – dem fertigen Text –, statt an den Stellen, wo sie tatsächlich Zeit frisst. Hier ist meine Aufteilung.

Fünf Aufgaben, die du abgeben kannst

Erstens: Rohmaterial ordnen. Interview-Transkripte, Workshop-Notizen, lange Berichte. KI fasst zusammen, strukturiert und findet die drei Kernaussagen in vierzig Seiten – in Sekunden statt in einer Stunde. Das ist der grösste Zeitgewinn, den ich kenne.

Zweitens: Varianten produzieren. Du hast eine Kernbotschaft und brauchst sie in zehn Längen – Newsletter-Betreff, Meta-Description, Anzeigentitel, Social-Post. KI liefert die Varianten, du wählst und schärfst. Das dauert ein Fünftel der Zeit.

Drittens: Recherche vorstrukturieren. Nicht die Fakten – die musst du prüfen –, aber die Landkarte: Welche Aspekte hat ein Thema, welche Fragen stellen sich Kund:innen, welche Gegenargumente gibt es? KI liefert das Gerüst, du füllst es mit deiner Erfahrung.

Viertens: Daten aufbereiten. Kampagnenzahlen aus drei Quellen in eine Tabelle, Auffälligkeiten markieren, einen ersten Kommentar formulieren. Was früher der Freitagnachmittag war, ist heute eine Viertelstunde.

Fünftens: Erste Bildideen. Für Social Media, Präsentationen, Moodboards. Nicht als fertiges Bild – da wird es schnell generisch –, sondern als schnelle Visualisierung einer Idee, bevor du sie mit echten Fotos oder einer Grafikerin umsetzt.

Drei Aufgaben, die du behalten solltest

Die Position. Was denkst du wirklich über ein Thema? Welche Meinung vertrittst du, auch wenn sie nicht allen gefällt? KI kann viele Positionen formulieren, aber keine haben. Inhalte ohne Haltung werden nicht gelesen, nicht geteilt – und nicht zitiert, auch nicht von KI-Systemen.

Die Geschichte. Das Erlebnis mit einer Kundin, das Projekt, das schiefging, der Moment, in dem du etwas verstanden hast. Das ist der Stoff, der Menschen erreicht, und den gibt es nur bei dir.

Die Beziehung. Antworten auf Kommentare, Reaktionen auf Kritik, das persönliche Wort an eine Community. Menschen merken, wenn dort eine Maschine spricht. Und sie verzeihen es nicht.

Der Rahmen, der alles zusammenhält

Drei Regeln haben sich in meiner Arbeit bewährt. Keine Personendaten und nichts Vertrauliches in ein Tool, dessen Datenverarbeitung du nicht kennst – das ist in der Schweiz nicht nur guter Stil, sondern Datenschutzgesetz. Jeder KI-Text geht durch eine menschliche Redaktion, bevor er rausgeht. Und die Zeitersparnis wird gemessen, nicht gefühlt: Wenn eine Aufgabe mit KI nicht spürbar schneller oder besser wird, lass sie.

Fazit: KI im Marketing mit klaren Grenzen

KI im Marketing lohnt sich dort, wo Routine Zeit frisst: ordnen, variieren, vorstrukturieren, aufbereiten, skizzieren. Sie lohnt sich nicht dort, wo dein Urteil, deine Geschichte und deine Beziehungen gefragt sind. Wer diese Grenze kennt, spart Stunden pro Woche – und bekommt Zeit für das, was nur Menschen können.

Du willst wissen, wo KI in deinem Marketing konkret Zeit spart? Im Erstgespräch finden wir den ersten Anwendungsfall.